Gempenturm hat eine lange bedeutende Geschichte.
In römischer Zeit verband eine Passstrasse über das Ramsthal Gempen mit Augusta Raurica (Kaiseraugst). Die Ruine Hilzenstein soll ein römischer Wachturm gewesen sein.
Nach den Römern kamen um 250 die Alemannen in dieses Gebiet und darauf um 496 die Franken, welche die Grafschaftsverwaltung einführten. Der fränkische Augstgau wurde später in Frickgau und Sisgau aufgeteilt und Gempen kam zum Sisgau. Nach verschiedenen "Handänderungen" kam das Sisgau im 1464 zur Stadt Basel. Im Jahr 1485 kaufte Solothurn die erste Hälfte der Herrschaft Dorneck mit dem Dorf Gempen. Während des Schwabenkrieges, in welchem das Dorf durch Dorfbrände stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, waren Teile von Gempen noch nicht solothurnisch. 1502 konnte Solothurn von Basel die andere Hälfte mit allen Rechten der hohen Gerichtsbarkeit erwerben (Gemeindewappen).
Spannungen zwischen Basel und Solothurn lösten 1531 beinahe den Galgenkrieg aus. Durch Vermittlung von Bern kam zwischen den beiden Kantonen und ein Vertrag zustande und bis zum Einfall der Franzosen im Jahre 1792 (franz. Revolution) gehörte Gempen zum Bistum Basel.
Im 2.Weltkrieg spielte der Ort um Gempen eine wichtige strategische Rolle innerhalb der Schweiz. Es gab sogar eine "Division Gempen" der Schweizer Armee. Einige hundert Soldaten waren während des Zweiten Weltkrieges auf dem Gempenplateau stationiert. Auf dem Gempenturm war ein Wach / Horchposten aufgebaut, von wo aus die deutschen und französischen Truppenbewegungen beobachten konnte. Auch Luftkämpfe über dem Gempen soll es gegeben haben. So wurde ein amerikanischer Bomber abgeschossen , welcher dann bei Aesch BL notlanden musste.
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Weiters von Gempen
Das Gempenplateau ist ein Hochland in der Nordwestschweiz, etwas südöstlich von Basel. Zur Nordwestschweiz zählen im Wesentlichen: • der Kanton Basel-Stadt • der Kanton Basel-Landschaft • die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg des Kantons Aargau sowie drei weitere Gemeinden des Bezirks Brugg (vgl. Fricktal) • die Bezirke Dorneck und Thierstein des Kantons Solothurn
Gempenplateau mit Aussichtsturm auf dem Gempenstollen
Das Plateau des Tafeljuras liegt in 600 bis 700 Metern Höhe und liegt ganz auf dem Gebiet des Kantons Solothurn, der hier am weitesten nach Norden vorstösst. Auf weiten Strecken bilden steile Waldflanken und Fluhreihen (Felswände) die Grenze gegen die tieferen Gebiete, die zum Kanton Basel-Landschaft gehören. Von ihrer Höhe hat man eine umfassende Aussicht in die umliegenden Täler. Deshalb waren in früherer Zeit auf der Gempenfluh, der Schauenburgerfluh und auf der Anhöhe südöstlich von Gempen sogenannte Hochwachten eingerichtet. In unsicheren Zeiten hielten hier Mannschaften Ausschau und hatten nachts durch lodernde, tags durch rauchende Feuer wichtige Mitteilungen von Hochwacht zu Hochwacht weiterzugeben und die Bevölkerung zu alarmieren. Die höchste Erhebung auf dem Gempenplateau ist der 753 Meter hohe Scharten. Das Hochland ist gewellt und in der Mitte von der Mulde von Gempen nach Hochwald durchzogen. Auf dem gesamten Plateau ist kein Bach zu finden und um die Dörfer und trockenen Felder, Wiesen und Weiden ist das Hochland stark bewaldet. Wegen des rauhen Klimas regnet es hier zwar eher etwas mehr als in den Gebieten um Basel, aber die Geologie des Tafelberges ist für die Wasserarmut verantwortlich. Der Untergrund des Plateaus besteht aus Kalkstein und Ton. Die Schichten sind nicht gefaltet, sondern liegen waagrecht. Da der Kalkstein von Wasser aufgelöst wird, ist der Untergrund mit zahlreichen Spalten (Karst) durchzogen und wasserdurchlässig, so dass das Regenwasser versickert (Sickerwasser). Der Wassermangel auf dem Berg ist ein grosses Problem und es muss in Sodbrunnen oder unterhalb des Plateaus gefasst und hochgepumpt werden. Das Gempenplateau mit den Gemeinden Büren, Dornach, Gempen, Himmelried, Hochwald, Nuglar-St. Pantaleon und Seewen befindet sich im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN).
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